Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis
Prva izdanja do 1945. na stranim jezicima
085291
Berlon
1930
11×16
tvrdi
143
njemački
Cijena: 45,00 EUR
Erstausgabe. "Mario und der Zauberer" ist eine 1929 verfasste und 1930 veröffentlichte Novelle von Thomas Mann, die als politische Parabel auf den aufkommenden Faschismus in Europa unter Mussolini gelesen wird. Die Handlung, die auf realen Urlaubserlebnissen Thomas Manns und seiner Familie in Italien beruht, thematisiert die Massenverführbarkeit und den Verlust individueller Freiheit durch Manipulation. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Icherzählers (Thomas Mann selbst) geschildert, der mit seiner Familie den Sommer im italienischen Badeort Torre di Venere verbringt. Von Beginn an herrscht eine gespannte, gereizte und fremdenfeindliche Atmosphäre im Ort. Die Familie erlebt Unannehmlichkeiten und fühlt sich unwohl. Als Höhepunkt und Entladung dieser angespannten Stimmung findet eine Vorstellung des Zauberers und Hypnotiseurs Cipolla statt. Cipolla, eine autoritäre und manipulativ auftretende Figur, die oft als Karikatur Mussolinis interpretiert wird, demonstriert seine Macht über das Publikum. Mit psychologischem Geschick, unterstützt durch Alkohol und Zigaretten, bringt er einzelne Zuschauer dazu, gegen ihren eigenen Willen zu handeln, z.B. als Hampelmänner zu tanzen oder ihre Individualität aufzugeben. Am Ende der Vorstellung befiehlt Cipolla dem jungen, melancholischen Kellner Mario, ihm einen Kuss zu geben, indem er ihm vorgaukelt, er sei seine Angebetete. Mario, der eigentlich widerstehen will, kann sich dem hypnotischen Zwang nicht entziehen. Als er die Demütigung erkennt, erschießt er Cipolla unmittelbar nach dem Vorfall. Die Novelle endet mit der Beschreibung der Erleichterung und Befreiung, die der Erzähler und die anderen Anwesenden nach der Tat empfinden.